Erhalt und Entwicklung Lohelandhaus und -garten

Presse

Aktuelle Pressebeiträge zu der Bedeutung des Lohelandhauses in Bernburg

3sat Video: Kulturzeit 01. Februar 2018
Denkmalschutz vs. Stadtentwicklung
Sachsen-Anhalt hat 38.000 denkmalgeschützte Bauten - fast so viele wie ganz Frankreich. 20 Prozent davon gelten als verfallsbedroht.
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=71450

Mitteldeutsche Zeitung 22. Dezember 2017
MZ Kultur & Leben - Seite 23 (Auszug des ersten Absatzes)

DENKMAL
Bernburger Lohelandhaus in Gefahr
Stadtrat stimmt für Abriss.
von Günter Kowa

BERNBURG/MZ - Der Bernburger Stadtrat hat jüngst mit 23:14 Stimmen dem umstrittenen Abrissantrag für das denkmalgeschützte "Loheland-Haus" zugestimmt. Damit liegt die Entscheidung über dieses 1936 gebaute Zeugnis der Lebensreform-Bewegung bei der Oberen Denkmalschutzbehörde. Von Oberbürgermeister Harry Schütze (CDU) erfährt man die Argumente: Die Stadt als Eigentümer will einen Parkplatz anlegen, um die benachbarte Wilhelmsstraße für Mieter attraktiver zu machen und damit das Zentrum zu stärken. Ein Erhalt des Gebäudes sei unwirtschaftlich, ein Bedarf bestehe nicht. In der Stadt gebe es wichtigere Denkmale mit Mittelbedarf.


Weiterlesen in der Online Aufbereitung der Bernburger Kulturstiftung
http://blog.ksb-anhalt.de/blog/lohelandhaus-in-gefahr/

Nicht zu überhören ist die verbale Misshandlung, mit der der Gegenstand in der öffentlichen Wahrnehmung herabgesetzt werden soll. Mitglieder von Rat und Bauausschuss stempeln das Bauwerk zum nutzlosen Schandfleck ab: "Bretterbude", gesteigert zu "vergammelte Bretterbude", wenn nicht "stinkende Bretterbude". Ins Lächerliche gezogen wird auch die Erbauerin, die in Bernburg aufgewachsene Lehrerstochter Magdalena Trenkel: Zu ihrer Zeit mutig entschlossen, eine selbstständige Existenz als Gymnastiklehrerin im Sinne der damals berühmten Loheland-Bewegung aufzubauen. Walter Gropius hatte ernsthaft erwogen, sie ins pädagogische Programm des Bauhauses aufzunehmen.

Eine Mehrheit des Stadtrats scheint bereit, ein stadtgeschichtlich einzigartiges Zeugnis der Planierraupe zu überantworten. Es ist aber das Land, das ein vielleicht randständiges, aber beredtes Zeugnis der Moderne zu verlieren droht. Das Lohelandhaus blieb im Ausstellungs-Großprojekt "Große Pläne" unberücksichtigt, weil die Programmfülle an Grenzen stieß. Am Bauhaus Dessau bedauert man dies und hat jetzt einen Appell zur Rettung des Gebäudes gestartet.

Das Haus unter seinem schattigen Laubdach an der Schnittstelle von Stadt und Stadtpark könnte in Sinne der Gründerin ein Ort für Familien und Kinder sein. Park-Haus statt Parkplatz: in bürgerschaftlicher Selbstverwaltung, verfügbar für Kindergärten und Grundschulen, wofür es Beispiele gibt, an denen auch die Bernburger Stadtpolitik sich orientieren kann.

MZ Online 15. Dezember 2017
Torsten Adam
Stadt Bernburg stellt nun den Abrissantrag
https://www.mz-web.de/bernburg/lohelandhaus-in-bernburg-stadt-stellt-nun-den-abrissantrag...

MZ-Online 01. Dezember 2017
1919 gegründete Reform-Bewegung
Lohelandhaus in den Jahren 1935/36

https://www.mz-web.de/bernburg/1919-gegruendete-reform-bewegung-lohelandhaus-in-den-jahren-1935-36-erbaut...

MZ-Online 01. Dezember 2017
Thorsten Adam
Lohelandhaus am Stadtpark Alte Bibel
Bauausschuss stimmt für Abriss

https://www.mz-web.de/bernburg/lohelandhaus-am-stadtpark-alte-bibel-bauausschuss-stimmt-fuer-abriss...

MZ 08. November 2017
Leserbrief von Frau Ilse Reichmann
Zu "Parkplatz statt Kulturerbe"
Man mag schon viel über das Lohelandhaus gesagt und geschrieben haben. Aber eins ist es ganz gewiss nicht. Es ist keine Bretterbude!

Es ist ein fest gefügtes Holzhaus mit einem steinernen Sockel und einem gemauerten Kamin. Es hat ein Walmdach und im großen Raum eine Tonnendecke. Es ist allenfalls ein Blockhaus. Für eine Bretterbude hätte es wohl 1935 nicht des Berliner Architekten C. Börner bedurft, der den Bauplan für dieses "Turnhaus" gezeichnet hat. Die Fenster sind auch nicht mit Latten vernagelt. Es sind genau angepasste Platten, die von innen verschraubt sind und die Flügeltür und die Fenster schützen. Ohne diesen Schutz wäre das Haus wohl längst demoliert worden. Es ist auch nicht "seit Jahrzehnten verlassen". Es ist immer noch, seit 1982, das Vereinshaus des Kaninchenzüchtervereins e.V. Bernburg, mit ungekündigtem Mietvertrag. 2014 war noch kein Moos auf dem Dach, es war aber da schon dringend sanierungsbedürftig. Die Kaninchenzüchter hatten bereits das Material beschafft, um in eigener Arbeit und mit eigenem Kostenaufwand, wie in den 35 Jahren zuvor, das Dach zu reparieren. Aber da ließ die Stadt, die das Grundstück inzwischen erworben hatte, mit der Absicht dort einen Parkplatz zu bauen, das erste Mal den Begriff "Bretterbude" fallen, die abgerissen werden sollte.
Dass die Kaninchenzüchter daraufhin natürlich keinen Handschlag mehr zu seiner Erhaltung machten, ist wohl verständlich. Seit Ende der 80er Jahre war ich täglich auf dem Gelände, um mich um freilebende Katzen zu kümmern, die sich dort stark vermehrt hatten. So kann ich mich mit Fug und Recht als "Zeitzeugin" bezeichnen, da ich seit über 20 Jahren tagtäglich alles miterlebt habe, was auf dem Gelände passiert ist. In den Anfangsjahren gab es eine rege Vereinstätigkeit. Meistens waren es zwei Ausstellungen im Jahr, zu denen viele Besucher kamen. Es war immer wie ein kleines Volksfest, mit Kaffee und Kuchen und Würstchen im Zelt auf der Wiese. Die Kinder waren sehr begeistert.
In den letzten Jahren gab es auch noch mindestens eine Ausstellung im Jahr. Das Lohelandhaus wurde immer noch instand gehalten. Bis 2014 eben. Und nun soll wieder ein Stück Bernburger Kulturerbe zerstört werden. Die Stadt hält an ihren Parkplatzplänen fest, gar 40 Autos im sensibelsten Grünbereich unserer Stadt, unserem schönen alten Stadtpark! Es ist schon wie eine fixe Idee, jede grüne Ecke mit Autos vollstellen zu wollen. Haben denn die vielen Stimmen bei der BJ nicht gereicht, klarzumachen, dass die Bernburger keine Autos in ihren Grünanlagen wollen? Während deren Dauer gab es immer wieder Leserbriefe, die auch die Bibelpläne mit aufs Korn nahmen. Aber so recht glaubte wohl niemand, dass die Stadt an diesem Wahnsinnsplan weiter festhalten würde.
Es müssten weitere acht bis zehn starken Bäume fallen, darunter auch eine mindestens 100-jährige Eiche, nachdem beim Abriss des Steinhauses schon fünf gefällt wurden. Es wurden im Verlauf der ganzen Parkplatzdiskussion viele Alternativen aufgezeigt, einiges wurde auch schon umgesetzt. In der Wilhelmstraße schafft ein Investor Parkplätze für seine Mieter. Am Saalplatz gibt es eine Tiefgarage. Praktisch vor der Haustür liegt der sehr hübsch hergerichtete Parkplatz Lange Straße, der nie voll besetzt ist. Über die Brücke, auch ganz nah erreichbar, entsteht ein Parkplatz. Und da soll eine Notwendigkeit bestehen, die "idyllische grüne Oase im Stadtzentrum von Bernburg" (MZ-Artikel) unbedingt zu zerstören? Sollte man sich nicht viel mehr an die Stadtentwicklungskonzeption 2009 erinnern, wo es heißt, der Stadtpark "Alte Bibel" soll zum Lernort für bürgerliches Engagement und eigenverantwortliches Handeln werden. Die Stadt möchte Projekte von Bürgern aller Altersgruppen unterstützen, mit denen die Teilhabe an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen erprobt werden kann. Eine Gruppe junger Leute möchte ein solches Projekt im Lohelandhaus und Lohelandgarten verwirklichen. Sie möchten einen Bürgergarten dort gestalten und das Lohelandhaus zum Begegnungszentrum für Jung und Alt und alle, die Freude am Miteinander haben, machen.
Wird diese Idee eine Chance haben? Oder wird sie im Kreise Gleichgesinnter verlacht und mit rüden Worten verächtlich gemacht wie andere zuvor? Das ist nicht bloß schlechtes Benehmen, das ist eine Geisteshaltung, die bedenklich an das Machtgebaren der politischen Elite einer vergangenen Ära erinnert, in der auch das Bürgerwort nicht zählte. Hier wird die Demokratie beschädigt.
Ilse Reichmann

MZ 08. November 2017 Seite 3
Günter Kowa: Parkplatz statt Kulturerber
Die Mitteldeutsche Zeitung thematisiert den drohenden Abriss des Bernburger Lohelandhauses im überregionalen Teil auf Seite 3 ... Erhalt dieses bedeutenden Denkmals für "dynamische Zeiten der Reformbewegung und die neue Rolle der Frau" (Claudia Perren, Bauhausdirektorin) ...
Bitte fordern Sie den ausgezeichneten Beitrag von Herrn Kowa bei der MZ an.
Aufbereitung durch die Kultur Stiftung Bernburg:
http://blog.ksb-anhalt.de/blog/mz-presseartikel-vom-08-11-2017-zum-bernburger-lohelandhaus/

ZDF 29.November 2017
Denkmalschutz wichtig - oder unsinnig?
zdf.de - Nachrichten - heute - in Deutschland vom 29. November 2017
Die Stadt Bernburg hat mehr als 300 Einzeldenkmale. Eins davon ist das Loheland-Haus. Früher Symbol einer modernen Reformbewegung, ist es mittlerweile nicht mehr als ein Bretterverschlag – unter Denkmalschutz! Wichtig oder unsinnig?

MZ–Online 19. November 2013
Das Lohelandhaus
Lebenswerk einer Gymnastiklehrerin

https://www.mz-web.de/bernburg/das-lohelandhaus-lebenswerk-einer-gymnastiklehrerin...

MZ-Online 24. Februar 2017
Thorsten Adam
Gymnastikhaus in der Alten Bibel "Ein dreister Akt"
https://www.mz-web.de/bernburg/gymnastikhaus-in-der-alten-bibel--ein-dreister-akt...